Bergbau-Lehrpfad

Kurzbeschreibung des Lehr- und Wanderpfades

Wir starten am Zechenhaus und gehen rechts den ansteigenden Weg hoch zum Fördermaschinenhaus (3.2.). Hier kann die originale Fördermaschine von 1958 besichtigt werden. Dem Backsteinbau vorgelagert steht das Seilscheibenhäuschen (3.1.), das bereits 30 m über dem Stollenniveau liegt. Das im Burgenstil errichtete Gebäude im Hintergrund ist als einziges aus der Krupp’schen Betriebszeit (seit 1906) erhalten geblieben und diente als Maschinenhaus (3.3.). Wenn wir jetzt rechts in Richtung Wald gehen, erkennt man eine von Birken umstandene Fläche; hier stand früher der Förderturm. 1943 ist dieser Schacht wegen verschiedener Umstände eingestürzt. Nach etwa 20 Metern erreichen wir den Beginn des großen westlichen Tagebaus (3.5.), dessen Verlaufsrichtung ungefähr der streichenden Richtung des Erzlagers entspricht. Wir gehen links weiter und gelangen zu einem verfallenen Ziegenstall, dem letzten Rest des einst hier stehenden Obersteigerwohnhauses (3.4.); 1956 ist das Gebäude abgerissen worden. In einer großen Schleife nähern wir uns jetzt dem Ende des Tagebaus. Vorher kommt man aber an einer Stelle vorbei, an der bis 2001 drei verschieden große, teilweise trichterförmige Löcher zu sehen waren (3.6.). Es handelt sich um so genannte Überhauen, das sind steil einfallende Verbindungsschächte in die Grube. Sie dienten der Frischluftversorgung, als Fluchtweg und zum Gesteinstransport. An seinem Ende verzweigt sich der große Tagebau sternförmig, hier darf man einen “Lagerausbiss” vermuten. Das Lager verwitterte im Laufe der Zeit und hinterließ “Rollerz” (3.7.), am Boden umher liegende Erzbrocken, die auch heute noch zu finden sind.

Anschließend wandern wir mit dem nötigen Sicherheitsabstand am Rand des Tagebaus weiter und erreichen später einen gut ausgebauten Waldweg (Holzabfuhrweg). Nach mehreren hundert Metern führt uns jetzt ein Hinweisschild bergab in Richtung Dernbachtal. Unterweg kreuzen wir übrigens den “Neuen Tiefen Stollen” (3.8.), durch den man auch in das Besucherbergwerk gelangt; er liegt hier etwa 45 m tiefer und erstreckt sich bei einer Gesamtlänge 1654 m noch bis zum Lager Willberg. Im Dernbachtal angekommen, gehen wir rechts und kommen nach 150 Metern zu einem Wetterbohrloch (3.9.), welches mit der 100-m-Sohle verbunden ist und früher der Frischluftversorgung der Grube diente. Auf dem Rückweg talabwärts sind noch zwei “Lochsteine” (3.10.) aus dem 19. Jahrhundert zu sehen, Grenzsteine, mit denen früher die Grubenfelder markiert wurden (= der Raum unter der Erdoberfläche, in dem der Bergbauberechtigte Bodenschätze abbauen darf). Wir überqueren den Dernbach auf einem Holzsteg und wandern talabwärts. Am Taleingang biegen wir links auf die Fahrstraße von Oberbiel nach Berghausen ein und sind nach wenigen hundert Metern wieder am Zechenhaus.

Möge der Benutzer des Lehrpfades noch einmal daran denken, dass überall unterhalb des zurück gelegten Weges, und zwar in mehreren Etagen, Bergleute in Jahrzehnte langer Arbeit ein wahres Labyrinth von Strecken ins Gebirge geschlagen haben, um den früher begehrten Eisenstein zu fördern. In der Summe ergeben diese Strecken eine Gesamtlänge von mehr als 30 Kilometern.