Schulklassenführungen

Das Besucherbergwerk Fortuna – ein interessanter außerschulischer Lernort

Wie sieht wohl ein „Schnabelkipper“ aus? Was versteht der Bergmann unter einem „alten Mann“ und was hat eigentlich ein „Frosch“ im Bergwerk zu suchen? Die Welt unter Tage ist für Nichtbergleute ein geheimnisvoller Ort, an dem es eigentümliche Arbeitsgeräte und Begriffe gibt. Ein Schnabelkipper ist nicht etwa ein urzeitliches Tier, sondern eine kleine Kipp-Lore, ein alter Mann ein aufgegebener Grubenbau und der „Frosch“ eine alte mit Öl brennende Grubenlampe. Gerade für junge Bergwerksbesucher klingt das mitunter wie eine fremde Sprache. Umso wichtiger ist es den Verantwortlichen der Grube Fortuna, dass gerade an den Schulen die Erinnerung an den Bergbau lebendig bleibt, hat er doch maßgeblich Menschen und Industrie im Lahn-Dill-Kreis geprägt. „Aus diesem Grund hat das Besucherbergwerk schon vor Jahren eine besondere Form der Grubenführung entwickelt: „Die museumspädagogische Führung“. Sie richtet sich an alle Schulen, die das Thema frühere Arbeitswelt und Industrialisierung am Beispiel des heimischen Bergbaus lebendig vermitteln wollen.

Tiefer als bei den üblichen Grubenführungen führt die Route in den Berg hinein. Im Schein der Grubenlampen erhalten die Schüler in ehemaligen Abbauräumen einen authentischen Eindruck vom Arbeitsalltag der Bergleute. Auch die Frage, warum die Firmen Krupp und Buderus an Lahn und Dill Bergwerke betrieben haben und welche Folgen das für die wirtschaftliche Entwicklung der Region hatte, wird erörtert. Schon der Weg durch den Berg ist ein kleines Abenteuer, wenn dunkle Stollen, niedrige Überhauen und auch die eine oder andere Fahrt (Leiter) steil hinauf oder hinab bewältigt werden muss. Unterwegs erfahren die Schüler alles über die Entstehung der Erzlager und die Arbeitsabläufe unter Tage, während sich druckluftbetriebene Bohr- oder Lademaschinen lautstark in Bewegung setzten. Mucksmäuschenstill wird es dagegen, wenn die Schüler im alten Frühstücksraum der Fortuna-Bergleute Platz nehmen und erleben, wie dunkel es im Bergwerk ohne elektrisches Licht werden kann. Und wie schwer die Bergmannsarbeit buchstäblich war, konnten die Schüler an der mit Eisenerz gefüllten Schubkarre selbst erproben. Auch das Bergbausymbol „Schlägel und Eisen“ wird aus seinem früheren Arbeitszusammenhang erklärt.

Ergänzend zu den Untertage-Führungen bietet die Grube Fortuna den Schülern und Lehrern Arbeitsmaterialien für den Unterricht an. Auch kann im Schulungsraum der Fortuna mit und ohne Hilfe historischer Filmaufnahmen das Unterrichtsthema „Bergbau“ weiter vertieft werden. Wer Interesse an der museumspädagogischen Führung hat, kann sich direkt mit Rolf Georg (rolf.georg@gmx.de) in Verbindung setzen. Infos gibt es auch unter Tel. 06443-82460.